Der Schwarze Einser
Der schwarze EinserAusgabetag: 1. November 1849
Anno 1849: Das Königreich Bayern gibt die erste deutsche Briefmarke heraus. Den international üblichen Namen der "Schwarze Einser" erhielt die Marke zum einen wegen der großen Ziffer Eins als Portowert, zum anderen wegen der schwarzen Druckfarbe. Die ungezähnte Marke kostete damals einen Kreuzer und erreichte eine Auflagenhöhe von 832.500 Stück. Sie wurde auf gewöhnlichem Papier im Schwarzweißdruck hergestellt. Die Nuancen dieser Freimarke reichten allerdings von Grauschwarz bis hin zu tiefem Schwarz. Frankaturgültig blieb der "Schwarze Einser" bis zum 31. August 1864.
Neben dem "Schwarzen Einser" verausgabte das Königreich Bayern am 1. November 1849 auch die Drei- und Sechs-Kreuzer-Marken. Sie wurden im Farbdruck auf einem mit rotem Seidenfaden durchzogenen Papier hergestellt. Wohl jeder Altdeutschlandsammler träumt davon, den berühmten "Schwarzer Einser" zu besitzen, der korrekt und vollständig bezeichnet eigentlich folgendermaßen umschrieben werden müßte:
"Freimarken-Ausgabe mit Wertziffer im Viereck des Königreichs Bayern, ein Kreuzer, schwarz, Michel-Briefmarken-Katalog, Nummer 1."
Die Nachfrage nach dem "Schwarzen Einser" ist immer groß und der Handelspreis daher entsprechend hoch. Dabei sind vom "Schwarzen Einser" gegenüber anderen altdeutschen Marken verhältnismäßig viele Exemplare erhalten geblieben, so daß der Wert – gemessen an der Anzahl der erhaltener Exemplare – eigentlich geringer sein müßte.
Die erste Briefmarke der Welt erschien am 6. Mai 1840 in England. Queen Victorias Profil zierte dieses erste aller Postwertzeichen, die berühmte "One Penny Black". Neun Jahre später, 1849, gab das Königreich Bayern die erste deutsche Briefmarke heraus, den "Schwarzen Einser".

